Richtlinien
Maßstab ist der Druck von 1856–1861. Diese Seite sagt, wie der Text gewonnen wird und was er auszeichnet.
Vorlage
F. W. J. von Schellings sämmtliche Werke, hg. von K. F. A. Schelling, Stuttgart und Augsburg: Cotta, 1856–1861. Zitiert wird nach Abtheilung, Band und Seite (SW I/7, 350).
Was diese Ausgabe ist und was nicht
Diese digitale Ausgabe gibt einen bestimmten Druck wieder: die Sämmtlichen Werke, die Schellings Sohn K. F. A. Schelling 1856–1861 herausgegeben hat, 14 Bände in zwei Abtheilungen. Sie gibt ihn genau wieder, Seite für Seite am Scan geprüft und mit seinen Druckfehlern, und macht ihn frei lesbar, durchsuchbar und zitierbar.
Eine kritische Ausgabe ist sie nicht. Sie zieht weder Handschriften noch frühere Drucke heran, verzeichnet keine Varianten und verbessert den Text des Sohnes nicht. Pressvarianten zwischen Exemplaren sind nicht systematisch verglichen. Der Sohn hat besonders die Texte aus dem Nachlass aus mehreren Fassungen zusammengestellt; was er dabei entschieden hat, steht hier unverändert.
Wer textkritisch arbeitet, braucht die Historisch-kritische Ausgabe im Auftrag der Schelling-Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Stuttgart-Bad Cannstatt: frommann-holzboog, 1976–2023). Reihe I enthält die Werke bis 1817, Reihe II den Nachlass bis zu den Erlanger Vorträgen von 1821, Reihe III die Briefe bis 1802. Wo sie einen Text bietet, ist sie die bessere Zitiergrundlage.
Die Spätphilosophie der Abtheilung II, die Philosophie der Mythologie und die der Offenbarung, enthält sie nicht. Die Handschriften der Berliner Vorlesungen sind nach dem Druck bis auf Reste verloren; für diese Texte ist der Druck des Sohnes selbst die Überlieferung. Ältere Fassungen dieser Vorlesungen erscheinen in der Ausgabe Münchener und Berliner Nachlass 1811–1854 (frommann-holzboog, seit 2025) und in der digitalen Nachlass-Edition der Akademie (schelling.badw.de).
Eingerichtet ist diese Ausgabe von Giuliano Infantino, unabhängig und ohne Verbindung zu Verlag oder Akademie. Der Text ist maschinell gewonnen und an Stichproben gemessen; eine vollständige Durchsicht durch Menschen hat nicht stattgefunden (Grenzen).
Zitieren
Zitiert wird nach dem Druck: Abtheilung, Band und Seite, also SW I/7, 350. Die Zeilen sind von oben gezählt. Für Werke, die in der Historisch-kritischen Ausgabe erschienen sind, empfiehlt sich zusätzlich oder statt dessen die Angabe nach der HKA. Wenn Sie diese digitale Ausgabe nennen wollen: Digitale Schelling-Edition, eingerichtet von Giuliano Infantino, schellingedition.com, Fassung und Abrufdatum.
Verfahren
Der Text entsteht aus drei Lesungen desselben Drucks. Eine ältere elektronische Erfassung der Ausgabe liefert den Wortlaut, den Sperrsatz, die Noten und das Griechische. Dazu kommt die Texterkennung (OCR) zweier Exemplare des Drucks, die die Bayerische Staatsbibliothek digitalisiert hat. Ein Wort gilt nur dann ohne weitere Prüfung, wenn keine der beiden Texterkennungen ihm widerspricht und mindestens eine es bestätigt.
Jede andere Stelle wird am Bild der Seite entschieden: Buchstabe für Buchstabe, nicht nach dem Sinn, und in beiden Richtungen. Die elektronische Erfassung hat eigene Fehler und stillschweigende Verbesserungen; der Druck hat echte Druckfehler, und die bleiben stehen. Entschieden wird maschinell, mit jeder Seite und ihrem Scan zugleich. Dabei wird die Seite auch im Ganzen gegengelesen und berichtigt, was keine der Lesungen anzeigt. Was nicht abschließend zu entscheiden ist, geht in eine zweite Runde. Pressvarianten zwischen Exemplaren sind nicht systematisch verglichen; eine vollständige Durchsicht durch Menschen hat nicht stattgefunden.
Was gemessen ist
- 14 Bände, 7 881 Druckseiten. Gegenüber der elektronischen Erfassung sind 8 931 Lesefehler berichtigt, rund einer je Seite.
- 26 Seiten der Freiheitsschrift (SW I/7) wurden außerhalb des Verfahrens vollständig gelesen. Der maschinell gewonnene Text stimmt mit ihnen Wort für Wort und Zeile für Zeile überein: 7 822 Wörter, 712 Zeilen, Sperrsatz und Absätze.
- In einem Test wurden 40 plausible Fehler in Seiten eingesetzt; das Verfahren fand 38 davon.
- Die zweite Texterkennung lohnt sich: Sie liest echte Druckfehler wörtlich, die die erste stillschweigend glättet (verstanten, siunliche).
Wiedergabe
- Orthographie und Satzzeichen bleiben wie gedruckt (seyn, daß, Ueber). Druckfehler werden nicht verbessert.
- Langes ſ und andere Frakturformen sind aufgelöst.
- Griechisch steht in Unicode, mit Akzenten wie gedruckt.
- Sperrsatz ist ausgezeichnet.
- Die Noten des Drucks sind erfasst; Anmerkungen des Herausgebers sind als solche gekennzeichnet.
- Der Druck hat keine Zeilenzahlen. Die Zeilen sind von oben gezählt und im Zitat so zu verstehen.
- Lateinisch gesetzte Wörter im Fraktursatz (Antiqua) sind ausgezeichnet.
- Verse, Mottos und Formeln, die der Druck mittig absetzt, stehen als abgesetzte Zitate.
- Die Inhaltsverzeichnisse folgen den gedruckten. Wo ein Punkt der Inhaltsübersicht im Text keine Überschrift hat, nennt diese Ausgabe den Absatz, an dem er beginnt, und setzt seinen Titel als Randmarke daneben. Die Randmarke ist ein Zusatz dieser Ausgabe.
Grenzen
Formeln und Abbildungen sind teils vereinfacht wiedergegeben, besonders in SW I/4. 3 Seiten sind nur maschinell abgeglichen und noch nicht am Scan entschieden (SW I/3, 153; I/4, 295; I/10, 197). Vollständige Fehlerfreiheit ist nicht zugesichert; Hinweise auf Fehler sind willkommen.