Editionsrichtlinien
Maßstab ist der Druck von 1856–1861. Diese Seite sagt, wie der Text gewonnen wird und was er auszeichnet.
Vorlage
F. W. J. von Schellings sämmtliche Werke, hg. von K. F. A. Schelling, Stuttgart und Augsburg: Cotta, 1856–1861. Zitiert wird nach Abtheilung, Band und Seite (SW I/7, 350).
Verfahren
Der Text entsteht aus drei Zeugen. Eine ältere elektronische Erfassung der Ausgabe liefert den Wortlaut, den Sperrsatz, die Noten und das Griechische. Dazu kommt die Texterkennung (OCR) zweier Exemplare des Drucks, die die Bayerische Staatsbibliothek digitalisiert hat. Ein Wort gilt nur dann ohne weitere Prüfung, wenn keine der beiden Texterkennungen ihm widerspricht und mindestens eine es bestätigt.
Jede andere Stelle wird am Bild der Seite entschieden: Buchstabe für Buchstabe, nicht nach dem Sinn, und in beiden Richtungen. Die elektronische Erfassung hat eigene Fehler und stillschweigende Verbesserungen; der Druck hat echte Druckfehler, und die bleiben stehen. Die Entscheidungen trifft ein Sprachmodell (Claude, Anthropic), das jede Seite mit ihrem Scan vor sich hat. Es liest die Seite dabei auch im Ganzen gegen und verbessert, was keiner der Zeugen anzeigt. Was es nicht abschließend entscheiden kann, geht in eine zweite Runde.
Was gemessen ist
- 14 Bände, 7 881 Druckseiten. Gegenüber der elektronischen Erfassung sind 8 931 Stellen verbessert, rund eine je Seite.
- 26 Seiten der Freiheitsschrift (SW I/7) wurden außerhalb des Verfahrens vollständig gelesen. Der Text des Verfahrens stimmt mit ihnen Wort für Wort und Zeile für Zeile überein: 7 822 Wörter, 712 Zeilen, Sperrsatz und Absätze.
- In einem Test wurden 40 plausible Fehler in Seiten eingesetzt; das Verfahren fand 38 davon.
- Die zweite Texterkennung lohnt sich: Sie liest echte Druckfehler wörtlich, die die erste stillschweigend glättet (verstanten, siunliche).
Wiedergabe
- Orthographie und Satzzeichen bleiben wie gedruckt (seyn, daß, Ueber). Druckfehler werden nicht verbessert.
- Langes ſ und andere Frakturformen sind aufgelöst.
- Griechisch steht in Unicode, mit Akzenten wie gedruckt.
- Sperrsatz ist ausgezeichnet.
- Die Noten des Drucks sind erfasst; Anmerkungen des Herausgebers sind als solche gekennzeichnet.
- Der Druck hat keine Zeilenzahlen. Die Zeilen sind von oben gezählt und im Zitat so zu verstehen.
- Lateinisch gesetzte Wörter im Fraktursatz (Antiqua) sind ausgezeichnet.
- Verse, Mottos und Formeln, die der Druck mittig absetzt, stehen als abgesetzte Zitate.
- Die Inhaltsverzeichnisse folgen den gedruckten. Wo ein Punkt der Inhaltsübersicht im Text keine Überschrift hat, nennt die Edition den Absatz, an dem er beginnt, und setzt seinen Titel als Randmarke daneben. Die Randmarke ist ein Zusatz der Edition.
Grenzen
Formeln und Abbildungen sind teils vereinfacht wiedergegeben, besonders in SW I/4. 3 Seiten sind nur maschinell abgeglichen und noch nicht am Scan entschieden (SW I/3, 153; I/4, 295; I/10, 197). Vollständige Fehlerfreiheit ist nicht zugesichert; Hinweise auf Fehler sind willkommen.