Eine digitale Forschungsplattform für das Gesamtwerk Friedrich Wilhelm Joseph von Schellings, nach den Sämmtlichen Werken (SW) von 1856–1861.
Schelling ist der am schlechtesten erschlossene der drei großen Idealisten. Von Kant gibt es die Akademie-Ausgabe im Netz, von Hegel die Gesammelten Werke — von Schelling kursieren einzelne Schriften in modernisierten Fassungen, aber keine durchsuchbare Ausgabe des Gesamtwerks nach dem Text, den die Forschung zitiert.
Zitiert wird nach den Sämmtlichen Werken, die K. F. A. Schelling zwischen 1856 und 1861 bei Cotta herausgab — vierzehn Bände in zwei Abtheilungen, von den Jugendschriften bis zur Philosophie der Offenbarung. Wer SW I/3, 327 schreibt, meint eine Seite dieser Ausgabe. Genau deren Zählung übernimmt diese Edition: Band, Seite und Abschnitt sind die des Drucks.
Erfasst sind 7762 Seiten in 14 Bänden, mit Absätzen, Überschriften, Fußnoten und der Rechtschreibung der Vorlage — Seyn, Verhältniß, transscendental. Der Apparat der Herausgeber bleibt draußen.
Die erste Abtheilung (SW I.1–I.10) versammelt, was Schelling selbst veröffentlicht hat, dazu Nachlaßstücke: die Jugendschriften, die Naturphilosophie, das System des transscendentalen Idealismus, die Freiheitsschrift.
Die zweite (SW II.1–II.4) enthält die Spätphilosophie aus dem Nachlaß — die Vorlesungen über die Philosophie der Mythologie und die Philosophie der Offenbarung, in der Gliederung der Vorlesungen, wie sie der Herausgeber gedruckt hat.
Schellings Text (gest. 1854) ist längst gemeinfrei, ebenso die Ausgabe von 1856–1861: alle Beteiligten sind weit über siebzig Jahre tot. An dem Text besteht kein Recht mehr.
Offen ist eine andere Frage, und sie steht unten. Nicht jede elektronische Erfassung eines gemeinfreien Textes ist damit selbst frei — und diese Edition beruhte bisher auf einer, deren Herkunft geklärt werden muß, bevor der Text wieder öffentlich steht.
Diese Edition ist eine Arbeitsfassung. Zwei Dinge werden noch in Ordnung gebracht, und beide betreffen ihr Fundament — wir zeigen sie trotzdem, offen ausgewiesen, statt sie bis zur Klärung zurückzuhalten.
Die Inhaltsverzeichnisse. Sie waren unvollständig und in Teilen falsch verknüpft: für SW I/1 standen vierzehn Einträge auf 482 Seiten, beginnend erst auf Seite 162. Neu gebaut sind sie aus zwei Quellen zugleich — den gedruckten Inhaltsübersichten der Bände und den Überschriften im Text. Gemessen: 1309 Einträge dort, 1032 hier, aber nur 698 davon dasselbe. Keine Quelle enthält die andere.
Die Herkunft des Textes. Die bisherige Grundlage war eine elektronische Erfassung von 1997, die auf jeder Seite einen Rechtsvermerk trägt. Der Text der Sämmtlichen Werke ist gemeinfrei; ob es diese Erfassung ebenso ist, ist noch offen — bis zur Klärung steht dieser Hinweis hier statt eines stillschweigenden Copyright-Vermerks.
Dieselbe Ausgabe liegt bei der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert vor — alle vierzehn Bände, unter der Angabe No Copyright. Sie löst damit nicht nur die Frage der Herkunft, sondern liefert zwei Dinge, die dieser Edition bisher fehlten.